Einführung Geschichte

  Regnault de Segrais(1624-1701)

Der Nachfolger

Segrais gebührt eine Sonderstellung, nicht allein wegen seiner freundschaftlichen Beziehung zu Moisant de Brieux, sondern weil er nach dem Tod des Gründers die Leitung der Akademie übernahm, so dass sie als die " Akademie des Herrn Segrais " genannt wurde.

Er war einer der geistreichsten Männer seiner Zeit.

Er wurde in Caen geboren und entstammt einem " edlen und altehrwürdigen Haus ". Er ist auch weitläufig mit Malherbe verwandt. Seine Studien absolviert er am Jesuitenkolleg. Nachdem der Graf de Fiesque ihn vergeblich im Hôtel de Rambouillet vorgestellt hatte, verhilft er ihm, 1648 in den Dienst der Grande Mademoiselle zu treten, in deren Nähe er über zwei Jahrzehnte verweilt als Sekretär und " Schreibsklave ". (Die berühmten " Portaits " sind wahrscheinlich sein Werk). Dann tritt er in den Dienst der Marquise de Lafayette und unterzeichnet an ihrer Stelle die Novellen " La Princesse de Montpensier ", " Zaïde " und " La Princesse de Clèves ", an deren Entstehung er auch wirklich teilnahm.

Unter seinen eigenen Werken erschienen zuerst die " Eglogues " und " Athys ", die ihm den Ruf eines Hirtendichters eintragen und auch Boileau veranlassen, folgenden Vers in das " Art Poétique " zu setzen :

Que Segrais dans l'églogue enchante les forêts
(In der Eklogue bezaubert Segrais die Wälder).

Auch Romane veröffentlicht er nebst einer zweibändigen Übersetzung der Eneis. Seine übertragund der Georgica wurde erst nach seinem Tod herausgegeben.
Segrais ist ein vielseitiger Mensch und interessiert sich auch für Manthematik. Durch die Vermittlung Huets kommt er mit dem berühmten Fermat in Verbindung.
" Der Voiture aus Caen " tritt 1662 die Nachfolge des Boisrobert an, letzterer gleichfalls Mitglied der Akademie von Caen.

Der Stadt Caen, seiner " berühmten Heimat und ersten Liebe ", ist Segrais immer treu geblieben. Er verherrlicht sie in seinen Versen :

Caen qui, par son assiette est commode et plaisante,
Par son air toujours pur, sa demeure riante,
Par ses prés, par ses eaux et par mille beautés
Justement le dispute aux plus nobles cités


"Stadt Caen, durch ihre Lage bequem und angenehm
"Durch stetig reine Luft lielicher Aufenthalt,
"Dank Wiesen und Gewässern und tausend ander Reizen
"Nimmt es zu rechte auf mit den edelsten Strädten.)

Nach seiner 1676 erfolgten entgültigen Rückkehr in seine Heimatstadt, wo er eine wohlhabende Base verehelicht, übernimmt er die Leitung der Akademie der Schönen Wissenschaften. Ferner bekleidet er zwischen 1683 und 1686 das Amt des Ersten Schöffen. Ihm ist die Sanierung der Gartenanlagen der Präfektur zu verdanken.

Bis zu seinem Tode beherrschte er das geistige Leben der ganzen Gegend. Er schlägt vor, eine Statue zu Ehren Malherbes im Botanischen Garten zu errichten. Sein Ansehen ist so gross, dass der Intendant Foucault in seinem Salon einen Sonderplatz einrichten lässt, wo ein den Blicken verborgener Schreiber sorgfältig jedes Wort aufschreibt, das dem Munde des Meisters entspringt.

Segrais stirbt am Karfreitag, den 25. März 1701. Er hinterlässt testamentlich 3 000 Livres für die Oratorianer-Patres von Caen. Foucault, Galland, Lamonnoie, Madame d’Osseville und andere mehr wetteifern bei der Ferfassung von Grabinschriften :

" Segrais est mort, chacun le pleure,
La terre est triste d’en jouir.
Les Muses n’ont plus de demeure,
Le ciel doit seul se réjouir. "


"Segrais ist tot, beweint von allen,
"Die Erde nimmt ihn traurig auf.
"Die Musen fühlen sich allein,
"Der Himmel nur kann fröhlich sein.
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