Einführung Geschichte

Jacques MOISANT de BRIEUX (1611-1674)

M de Brieux der Gründer

Man muss den gesellschaftlichen Zusammenhang und die Familienverhältnisse der Zeit berücksichtigen, in der Moisant de Brieux lebte, um den in vorliegendem Fall musterhaften sozialen Aufstieg im Rahmen des Ancien Regimes zu verstehen.

Die Familie Moisant stammte aus der Bretagne. Aus ihr gingen daselbst Parlamentsräte, Seneschalle, Generalstatthalter nebst mehreren Offizieren der Armee und Geistlichen hervor. Der im 16. Jahrhundert in Rouen ansässige Nicolas de Moisant gehörte zur protestantischen Konfession (man bezeichnete diese Religion mit der Abkürzung R.P.R., religion prétendue réformée, d.h. angeblich reformierte Religion). Er war durch den Tuchhandel reich geworden. Rouen war damals die zweitgrösste Stadt und zählte zu den reghaftesten im ganzen Königreich.

Genannter Nicolas Moisant war der Urgrossvater von Jacques. Ein weiterer Nicolas, der Grossvater, heiratete anno 1555 Catherine Péronne aus Dieppe. Eines ihrer elf Kinder war Guillaume. Er liess sich in Caen als Tuchhändler nieder, wo er schliesslich das üppigste Haus in der ganzen Stadt erwerben konnte. Es war das Hôtel d’Escoville, auch als Hôtel du Grand Cheval bekannt wegen eines (1793 zerstörten) bemerkenswerten Dekorationsmotivs, das den Reiter der Geheimen Offenbarung am Torgiebel darstellte.

Der 1605 geschlossenen Ehe mit Marthe Soyer aus Dieppe entsprossen zwei Töchter und ein Sohn, Jacques.

Die Heirat in die Familie Soyer bedeutete für Guillaume Moisant eine wichtige Verbindung, die ihm zu einem blühenden Vermögen verhalf. Die Gesellschaft, in der Moisant lebt, besteht aus mit hohen Ämtern bekleideten Juristen, reichen Bürgern oder vor kurzem geadelten Leuten, die sich alle recht tatkräftig und unternehmungsfreudig erweisen und eifrig nach sozialem Aufstieg streben. Dabei gehören sie als Protestanten einer auf aktive Solodarität bedachten Minderheit an.

1624

Moisant de Brieux
1 2 3 4